Kristin Bornkessel

Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber nicht sinnvoll!

Wer bin ich? Und wie kam ich zum Hund?

Als Dorfkind war es unumgänglich mit Tieren aufzuwachsen.

Unser erster Hund an den ich mich erinnern kann, war ein großer schwarzer wuscheliger Hund der meinen Großeltern zugelaufen ist. Er wurde weder vermisst noch gesucht, also blieb er. Wir nannten ihn Blacky. Er lebte bei uns, wie es damals leider üblich war, als Hofhund draußen in seiner Hütte. Täglich mehrere Spaziergänge oder gar im Haus schlafen war unüblich. Aber Blacky schien sich bei uns wohl zu fühlen. Zumindest hatte er noch einige Jahre bei uns und mit uns verbracht. Wie alt er wirklich war, konnte man nicht sagen. So kam auch leider irgendwann für ihn die Zeit über die Regenbogenbrücke zu gehen.

 

Im Jahre 1992 gab es tolle Neuigkeiten. Ein neuer Hund würde wieder bei uns einziehen. Ein Hund, ja, ein 6 Wochen alter Husky-Schnauzer-Mix der gerade mal so groß wie die Handfläche meines Vaters war. Wahnsinn! Dieser kleine Kerl erhielt den königlichen Namen: Rex. Rex war ein toller Familienhund. Ballspielen war seine größte Leidenschaft. Außerdem passte er auf Haus und Hof auf und natürlich auf uns. Wir besuchten nie eine Hundeschule. Damals wusste ich gar nicht, dass es sowas überhaupt gibt. Mit 11 Jahren wurde Rex schwer krank. Wir mussten ihn schweren Herzens über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

 

„Der Hund ist ein Begleiter, der uns daran erinnert, jeden Augenblick zu genießen.“


Bis zum nächsten neuen Familienmitglied dauerte es ein paar Jahre. Als ich dann von zuhause auszog und einen lieben Freund hatte, dessen Herz ebenfalls für Tiere, insbesondere für Hunde schlug, war es nicht weit hergeholt, sich einen eigenen Hund anzuschaffen. Nur, welche Rasse? Als wir 2007 eine Hundemesse besuchten, kamen wir zum ersten Mal mit der Rasse „Weißer Schweizer Schäferhund“ in Berührung. Wow, es sah beeindruckend aus, als die Weißen Schäferhunde durch den Ring schwebten. Zufälligerweise kamen uns ein Mann mit seiner Frau und dazu einem weißen Stockhaar-Schäferhundrüden mit Welpen entgegen. Unsere bewunderten Blicke blieb den Menschen nicht verborgen und so kamen wir Ruck Zuck ins Gespräch. Die Chemie und die Sympathie passten auf Anhieb. Wir erfuhren ihren Namen und ihre Zuchtstätte. Auf ihrer Internetseite war alles Mögliche zur Rasse, den einzelnen Hunden, Impfung… beschrieben. Und natürlich auch die nächste Wurfplanung. Was für ein Zufall, zeitlich passte es genau in unseren „Plan“. Wie gesagt, die Chemie passte. Wir waren beeindruckt von ihren 4 Weißen, und anscheinend hatten wir auch einen kompetenten und positiven Eindruck auf sie gemacht. Am 28.03.2008 war es schließlich soweit: wir holten unseren Dusty zu uns nach Hause.

 

Als neuer Welpenbesitzer möchte man alles richtigmachen und den Hund von Grund auf gut erziehen. Aber wie genau? Wir hatten Literatur zuhause und suchten unterstützend nach einer Hundeschule im Umkreis. So stießen wir auf den „Hundesportclub Biene e.V.“. Die Welpenstunden verliefen toll und wir fühlten uns gut aufgehoben sowie gut beraten. Fragen wurden beantwortet und Hilfestellungen wurde gegeben. Von der Welpenstunde über die Junghundegruppe in den Grundgehorsam sowie zur BGVP (Begleit-Gebrauchs-Verkehrssicherheits-Prüfung) und schließlich zum Leistungsabzeichen, absolvierten wir alle Gruppen.
Dusty war kein Schmusehund. Er beschützte ehrenhaft seine Familie und war ein Rüde durch und durch. 2013 wurde er sehr krank und nach unzähligen Tierarztbesuchen und Untersuchungen – die er alle ganz tapfer über sich ergehen ließ – mussten wir Anfang 2014 von einer Minute auf die andere über Leben und Tod entscheiden. Aufgrund seiner Schmerzen und keine Aussicht auf Heilung ließen wir ihn über die Regenbogenbrücke gehen.

 

Das war ein Schock – plötzlich ohne Hund, Leere und Stille im Haus. Mit dieser Vorstellung konnten wir uns nicht anfreunden und nahmen erneut Kontakt zur Züchterin auf. Was für ein Zufall, sie hatte eine erneute Wurfplanung für das Frühjahr 2014 geplant. Puh, war das irgendwie Schicksal? Als am 28.03.2014 die Welpen geboren wurden, schickte uns die Züchterin die freudige Nachricht, dass ein Rüde davon unserer sein wird: Sunny. Der kleine weiße Wirbelwind zog im Mai 2014 bei uns ein. Sunny, der Name passt wie die Faust aufs Auge: fröhlich, unbeschwert, das Leben ist rosarot, alles ist schön, komm und entdecke mit mir die Welt… so ist Sunny. Kein Vergleich zu Dusty. Sunny kann nicht genug Streicheleinheiten bekommen und hat mit seinem freudigen Schwanzwedeln schon einiges zu Boden gewedelt. Der Weiße ist ein Widder-Hund, besitzt grenzenlosen Eifer und unermessliche Energie. Er will stets an erster Stelle stehen, ist ein Charmeur, besitzt jede Menge Humor und ist nicht nachtragend. So einen Hund wie Sunny gerecht zu werden, ist nicht immer einfach.


Da ich auch in der schweren Zeit mit und nach Dusty den Kontakt zu den Leuten des HSC Biene nie abgebrochen habe, stand natürlich fest, dass ich mit Sunny auch wieder zur Hundeschule gehe.
Seit Mai 2014 bin ich also wieder als Mensch-Hunde-Team wöchentlich auf unseren tollen und großen Gelände vertreten. Über die ganzen Jahre habe ich mir vieles zum Thema Hund angeeignet, muss auch heute noch selbst viel lernen und an mir arbeiten. Besonders beeindruckt mich die Körpersprache und die Kommunikation der Hunde. Für das menschliche Auge ist es nicht immer einfach den bzw. die Hunde zu „lesen und zu verstehen“. Aber fachliche Hilfe finde ich bei Freunden und Gleichgesinnte auf dem Hundeplatz.

 

Ich denke, wir verfolgen alle den gleichen Gedanken:

 

„Nähe und Vertrautheit eines Tieres zu erleben, das ist uns Hundenarren ein Stück Paradies geworden, das wir in unserem Leben nicht mehr missen möchten.“
(Ekard Lind)

 

Die Zeit mit unseren Hunden ist einfach viel zu kurz. Man sollte aus jedem Tag etwas Positives ziehen.
Natürlich verfolge ich auch den Grundsatz einer gewaltfreien Hundeerziehung – keine Schläge, Tritte, am Halsband hochziehen, auf den Rücken legen oder derartige Dinge. Dies wollen wir auch unseren Kursteilnehmern beim HSC Biene e.V. Nahe bringen und Alternativen aufzeigen, den Hund besser zu verstehen und sich dem Hund besser verständlich zu machen! Denn die richtige Kommunikation zwischen Hund und Halter ist ausschlaggebend für eine gute und soziale Bindung!

Christine Greiner-Kaiser

Tiere, insbesondere Hunde, spielten in meinem Leben schon immer eine bedeutende Rolle. Schon in meiner frühsten Jugend verbrachte ich viel Zeit auf dem Bauernhof meiner Großeltern. Mein erster Gang auf dem Hof galt dem Hofhund Asta, welcher, wie es damals üblich war, an einer Kette hing.

Als ich dann 8 Jahre alt war, kam der erste Schäferhund in unsere Familie. Seit dieser Zeit bin ich mit dem Schäferhundvirus – speziell dem Langhaarschäferhundvirus - infiziert. Die Schäferhündin Laika war mein ein und alles. Wie es damals war, so gehörte ein Schäferhund auf den Hof und in den Zwinger. Und so verbrachte ich viel Zeit bei ihr im Freien. Ich spielte mit ihr und kroch sogar mit ihr in die Hütte. Spaziergänge mit einem Hund und dessen Sozialisierung waren in meiner Kindheit noch Fremdworte. Der Tod dieser Hündin war für mich ein dramatisches Ereignis.

 

Nun folgte eine lange Zeit ohne eigenes Haustier. Dafür wurde geheiratet und zwei Töchter geboren und erzogen. Als diese aus dem Gröbsten raus waren, wuchs in mir wieder der Wunsch nach einem eigenen Hund und der Familienrat beschloss, einen Langhaarschäferhund zu holen. Und so zog der Rüde Felix bei uns ein.

 

Doch nach einiger Zeit merkte ich, dass große Liebe zum Hund, verbunden mit einen natürlichen Instinkt doch nicht ausreichte und so suchte ich an verschiedenen Stellen Hilfe, bis ich dann mit Felix bei Evi und Richard Holm "landete". Der Hundesportclub Biene existierte damals noch nicht. Aber seit dem dieser gegründet wurde, bin ich Mitglied. Hier lernte ich viel über Hunde und ihr Wesen. Jedoch rückblickend muss ich sagen, dass mein bester "Lehrmeister" eigentlich Felix war. Er lehrte mich, hündisches Verhalten zu lesen. Es sollte ganze 5 Jahre dauern, bis auch ich begriff, dass nicht Felix ein Problem hatte, sondern ich mit meiner Unsicherheit und Angst ihn dazu brachte, die Entscheidungen für mich zu treffen. Aber ich habe meine harte Lektion gelernt, und wir beide wurden ein gutes Team. Gemeinsam sind wir durch dick und dünn gegangen. Von Anbeginn an waren meine Schäferhunde Teil der Familie, lebten im Haus, gingen mit auf Reisen und begleiteten mich sogar ab und an ins Büro. Im Alter von 9 Jahren musste ich für meinen besten Freund eine schwere Entscheidung treffen, aber ich war es ihm "schuldig", ihn von seinen Leiden erlösen zu lassen, und so schlief er zu Hause in meinen Armen ein. Lange konnte ich nicht ohne Hund sein. Und nachdem ich das Haus von unten nach oben und von oben nach unten geputzt hatte, wusste ich, es muss wieder ein Hund her.

 

Und so kam nach 2 Monaten Abstinenz unser Josef zu uns. Josef war charakterlich das Gegenteil von Felix – ruhig und ausgeglichen. Dazu kam, dass auch ich nunmehr 10 Jahre Erfahrung hatte, so dass Josef zu einen gutmütigen Gehilfen für mich auf dem Hundeplatz wurde. Jedoch wehrte das Glück mit Josef nicht lange, er hatte eine unheilbare Immunschwächekrankheit, und wir wussten, dass er nicht alt werden würde. Mit diesem Hintergedanken holten wir die Schäferhündin Maria dazu, damit unser guter Josef die Hündin mit seiner Vorbildwirkung miterziehen würde. Als Maria 2 Jahre alt war, verloren wir dann unseren Josef von heute auf morgen – es war sehr schlimm, da wir auf so ein jähes Ende nicht vorbereitet waren.

 

In all den Jahren habe ich viel Literatur über die Hundeerziehung verschlungen. Hier möchte ich nur die Bücher von Thomas Baumann nennen. Desweiteren besuchte ich Seminare bei Anton Fichtelmayer, Thomas Kümmel, Hans Schlegel und Volker Brandt. Zur Hundeerziehung genügt nicht alleine, einen Hund zu lieben, das ist nur eine Säule der Hundeerziehung, ebenso gehört dazu

  • grundlegendes Wissen über das Verhalten der Hunde;

  • Rassekenntnisse;

  • Kenntnisse über Ernährung und Pflege eines Hundes;

  • und nicht zuletzt das Wissen über die "Auswirkungen" des menschlichen Verhaltens auf das Verhalten des Hundes ...

 

Hundeerziehung endet nicht am Tag X nach einer vielleicht abgelegten Prüfung. Es gibt ständig neue Herausforderungen. Nicht jeder Hund ist gleich im Charakter und seinen Eigenschaften. Nicht für jeden Hund können die gleichen Erziehungsmethoden Anwendung finden. Unser Leben unterliegt ständig Veränderungen in den Familien und im Beruf. Bei all dem sollten wir unseren besten Freund nicht vergessen. Wir müssen Wege finden, um den Hund auch bei sich ändernden Umständen auf unsere Lebensreise mitzunehmen – das sind wir ihm schuldig, denn er begibt sich völlig in unsere Hände. Das sollten wir nie nie nie vergessen!

Manuela Müller

Schon als Kind war ich fasziniert von Hunden. Unzählige Plüschhunde und Hundespielfiguren waren mein stolzes Eigentum.

Die ersten intensiven Erfahrungen mit Hunden hatte ich in meiner Schulzeit / Jugend. Einige Jahre lang war ich als Gassigänger mit den verschiedensten Hunden aus dem Tierheim unterwegs – wenn möglich täglich.

Der Wunsch nach einem eigenen Hund wurde immer stärker.

 

Mein erster eigener Hund zog am 01.04.2011 endlich ein. Die kleine Windhundmischlingshündin Emma war damals 11,5 Wochen alt. Sie wurde am 11.01.2011 auf einem kleinen Pferdehof in Vogelsberg geboren und wuchs dort mit ihren 11 Geschwistern, ihren Eltern und weiteren Tieren auf. Sie war ein fröhlicher aber auch sensibler Welpe. Heute ist Sie ein zuverlässiger Begleiter. Man kann Sie überall mit hin nehmen. Sie ist ein aktiver Hund, der zu Hause seine Ruhe genießt aber auch Haus und Hof bewacht. Sie liebt fast alle Menschen. Katzen gehören nicht zu ihren Freunden, ebenso sollte man ihren Jagd- und Hetztrieb nicht unterschätzen. Manchmal muss man sie ausbremsen, da sie sonst zu grob und wild wird. Sie ist unsere „liebevolle Dampfwalze“. Mit der passenden Motivation ist Emma fast für alle Aufgaben zu begeistern. Nach dem Einzug unserer Emma beschäftigte ich mich immer intensiver mit dem Thema Hund – Erziehung, Ernährung, Verhalten – es gab noch so viel zu lernen.

 

Mit Emma wuchs die Begeisterung für Windhunde. Sie wirken ruhig und stolz, sind selbstständig und absolute Individualisten. Sie brauchen eigentlich keinen Menschen an ihrer Seite, lassen sich nicht „dressieren“ und doch binden sie sich bei richtiger Haltung so eng an ihre Menschen und sind liebevoll und zärtlich.

Es kam irgendwann die Frage auf, ob man nicht einen weiteren Hund aufnehmen sollte...

 

Im März 2014 zog unser zweiter Hund Milo bei uns ein. Der Magyar Agar – Rüde stammt aus Ungarn und wurde zusammen mit seinem Bruder im Januar 2014 von einer Tierschutzorganisation nach Deutschland gebracht. Geboren wurde er am 20.10.2013. Mit Milo musste ich mich noch viel intensiver mit dem Thema Hund auseinandersetzen. Er war schrecklich ängstlich, super sensibel und kannte gar nichts. Nur mich hatte er bei unserem Besuch bei der Tierschutzorganisation anscheinend sofort ins Herz geschlossen. Halsband / Geschirr, Leine, Straßenverkehr, Menschen, Hunde, andere Tiere - einfach alles machte ihm schreckliche Angst. Oder wehe man kam ihm zu nahe, wenn er etwas Essbares hatte...

In vielen kleinen Schritten findet auch Milo zunehmend Sicherheit in unserer hektischen Welt. Er ist noch nicht „perfekt“, aber auf einem guten Weg irgendwann ein ganz entspanntes Hundeleben führen zu können.

 

Auf der Suche nach einer Hundeschule, die meinen Vorstellungen entsprach, besuchte ich schließlich im Juni 2011 den Hundesportclub „Biene“ Neuhaus-Schierschnitz. Dort bin ich dann auch geblieben. Ab Juli 2013 war ich aktives Mitglied und ab März 2015 als Schriftführerin im Vorstand tätig. Nach und nach übernahm ich auch die eine oder andere Trainingsstunde.

 

Ich habe eine Vielzahl an Fachliteratur zum Thema Hund studiert, mich mit Hundeerfahrenen ausgetauscht und den einen oder anderen Vortrag besucht. Ich lerne nach wie vor dazu und erweitere mein Wissen über Hunde. Die besten Lehrer sind wohl meine Hunde selbst – man muss ihnen nur „zuhören“.

 

Besonders der Weg der gewaltfreien Hundeerziehung liegt mir am Herzen. Ein verständnisvoller, fairer und liebevoller Umgang mit Hunden ist mir wichtig. Hundebesitzer sollten ihren Hund verstehen und lernen ihn zu führen, ohne dass der Charakter des Hundes gebrochen wird oder der Hund vor Stress und Druck resigniert. Jeder Hund ist ein Individuum mit seinen Stärken und Schwächen. Jeder Hundehalter sollte die Welt auch einmal aus den Augen seines Hundes betrachten.